§ 14 Abs. 3-5 BetrVG

Kandidatenaufstellung

Jeder wahlberechtigte Arbeitnehmer (§ 7 BetrVG) kann Wahlvorschläge (Kandidatenlisten) einreichen und zwar innerhalb von 2 Wochen nach Aushang des Wahlausschreibens!
Dafür sollte der Wahlvorstand (§ 16 BetrVG und folgende) Vordrucke bereithalten (z.B. vom Bund-Verlag), die sicherstellen, dass die formalen Vorschriften (erkennbare Reihenfolge, laufende Nummer, vollständige Angaben) eingehalten werden.
Eine solche Liste sollte möglichst doppelt so viele Kandidaten enthalten wie Betriebsratsmitglieder zu wählen sind (§ 9 BetrVG)!
Dies ist nicht zwingend (es könnte auch nur ein einziger Kandidat auf der Liste stehen). Es ist aber dringend zu empfehlen, möglichst viele "überzählige" Kandidaten aufzustellen, um später ausreichend viele Ersatzmitglieder zur Verfügung zu haben, für den Fall, dass Betriebsratsmitglieder zeitweilig oder dauerhaft ausfallen (§ 25 BetrVG).

Gewerkschaften, die mindestens ein Mitglied im Betrieb haben, können ebenfalls einen Wahlvorschlag einreichen (was z.B. dann sinnvoll sein kann, wenn in einem Betrieb unter besonders schwierigen Umständen erstmals ein Betriebsrat gewählt werden soll).

Ein Wahlvorschlag (Kandidatenliste) ist nur dann gültig, wenn er von einer festgelegten Anzahl wahlberechtigter Arbeitnehmer unterschrieben wird (auch dafür gibt es Vordrucke – z.B. vom Bund-Verlag)!
 Betriebsgröße  Mindestanzahl der Unterschriften
 bis 20  2 Wahlberechtigte
 21 bis 59  3 Wahlberechtigte
 60 bis 999  5 % der Wahlberechtigten
 größer  immer 50 Wahlberechtigte

Dabei gilt:
  • Jeder Wahlberechtigte darf nur auf einer Kandidatenliste unterschreiben.
  • Auch Kandidaten selber können "ihre" Liste durch Unterschrift unterstützen.
Und wenn es sein muss,...
...kann – wie gesagt – auch eine Gewerkschaft einen Wahlvorschlag einreichen. In diesem Fall müssen die beiden Vertreter der Gewerkschaft, die diesen Wahlvorschlag unterschreiben, keine Arbeitnehmer des Betriebs sein.

§ 14 Abs. 3-5

(3) Zur Wahl des Betriebsrats können die wahlberechtigten Arbeitnehmer und die im Betrieb vertretenen Gewerkschaften Wahlvorschläge machen.
(4) Jeder Wahlvorschlag der Arbeitnehmer muss von mindestens einem Zwanzigstel der wahlberechtigten Arbeitnehmer, mindestens jedoch von drei Wahlberechtigten unterzeichnet sein; in Betrieben mit in der Regel bis zu zwanzig wahlberechtigten Arbeitnehmern genügt die Unterzeichnung durch zwei Wahlberechtigte. In jedem Fall genügt die Unterzeichnung durch fünfzig wahlberechtigte Arbeitnehmer.
(5) Jeder Wahlvorschlag einer Gewerkschaft muss von zwei Beauftragten unterzeichnet sein.