Wenn's geht: Personen wählen

Jeder Betriebsrat (und jeder Wahlvorstand) muss sich rechtzeitig vor der Betriebsratswahl zwei "strategische" Fragen stellen:

  1. Besteht die Möglichkeit, das vereinfachte Wahlverfahren anzuwenden? Diese Frage stellt sich allerdings nur in Betrieben mit 51  bis zu 100 wahlberechtigten Arbeitnehmernkleinere Betriebe müssen "vereinfacht", größere müssen "normal" wählen (mehr dazu hier).
  2. Strebt man eine Persönlichkeitswahl an oder wird man auf jeden Fall eine Listenwahl durchführen?
Zunächst zum Thema Persönlichkeits- oder Listenwahl – und dazu vorab schon eine klare Empfehlung:
Die Persönlichkeitswahl bietet zahlreiche Vorteile und sollte deshalb vorrangig angestrebt werden!
Allerdings haben weder Betriebsrat noch Wahlvorstand die Entscheidung für die Persönlichkeitswahl oder gegen die Listenwahl wirklich in der Hand (man muss stets und bis zur letzten Frist damit rechnen, dass man doch auf Listenwahl "umsteigen" muss – dazu mehr hier). Erst einmal aber Genaueres zur...

Persönlichkeitswahl

Die Namen der Kandidatinnen und Kandida­ten werden (am besten alphabetisch sortiert) untereinander aufgeschrieben. Und genau so würden sie dann später auch auf dem Wahlzettel stehen – so beispielsweise:
  • Claudia Class, Schlosserin
  • Fritz Friedrichs, Fahrer
  • Gudrun Gundel, Buchhalterin
  • Hans Hamel, Schlosser
  • Karl Kantine, Pförtner
Bei der Wahl kann man sich dann die Namen derjenigen heraussuchen, die man gerne im Betriebsrat hätte. Hinter diese Namen macht man sein Kreuz – fertig. Natürlich können höchstens so viele Kreuze gemacht werden, wie Betriebsratssitze zu vergeben sind. Das muss auch deutlich auf dem Stimmzettel stehen – mehr dazu hier.
Weil man sich bei diesem Verfahren die Personen herauspicken kann, die man gerne im Betriebsrat haben möchte, heißt dieses Verfahren Persönlichkeitswahl (oder alternativ auch Mehrheitswahl)!
Bei sehr großen Betrieben ist es oft ein Problem, dass der Wähler die meisten Kandidaten gar nicht kennt (und auch kaum die Chance hat, sie kennen zu lernen). Der Wähler hat dann die "persönliche Freiheit" gute Kandidaten nicht zu wählen, weil er ihre Vorstellungen von der Betriebsratsarbeit gar nicht kennt. Daher wird es in größeren Betrieben oft zu einer Listenwahl kommen.
Ein Vergleich der wichtigsten Merkpunkte zur Persönlichkeits- und Listenwahl findet sich hier.