Experiment: Pro-und-Contra-Diskussion

Für dieses Experiment werden mindestens zwei Personen gebraucht. Man könnte so eine Übung mit wechselnden Partnern im Betriebsratskreis durchführen, aber auch zuhause, vielleicht mit dem Ehepartner (es hat übrigens auch eine für die Partnerschaft therapeutische Wirkung). Gut wäre es aber auch, eine dritte Person dabei zu haben, die nur beobachtet und sich dazu Notizen macht.

Die beiden Teilnehmer an diesem Experiment setzen sich nun zusammen, um über ein beliebiges Thema von unterschiedlichen Standpunkten aus zu diskutieren. Dafür muss man sich zunächst auf ein Thema einigen. Dieses sollte unterschiedliche Meinungen zulassen, aber nicht zu kompliziert sein. Möglich wären z.B.:
Es sollte jedenfalls ein Thema sein, zu dem fast jedem auf Anhieb ein paar Argumente dafür und dagegen einfallen. Ein "echtes" Thema (zu dem es dann vielleicht zu einem echten Streit kommen könnte), sollte man hingegen nicht nehmen. Das auch deshalb, weil das Experiment natürlich nur funktioniert, wenn beide Teilnehmer gegensätzliche Standpunkte einnehmen. Einer mss also für das Thema sprechen, der andere dagegen. Dabei kann es dann natürlich nicht darauf ankommen, ob man nun tatsächlich eine Pro- oder eine Contra-Meinung hat. Man kannund muss also für die Dauer des Gesprächs einfach so tun als ob.
Dann diskutieren die beiden Gesprächspartner miteinander. Jeder von seinem (Pro- oder Contra-) Standpunkt aus. Aber man diskutiert nicht einfach so drauflos, sondern muss dabei eine Regel beachten. Diese Regel lautet:
Bevor man antwortet, muss man das, was der Gesprächspartner gerade gesagt hat, in eigenen Worten kurz aber vollständig wiederholen und sich bestätigen lassen, dass man das korrekt geschafft hat!
So könnte ein solches Gespräch etwa zum Thema "Geschwindigkeitsbegrenzung" zwischen den Personen A und B dann beginnen:
Und so geht es dann immer weiter: Redebeitrag – Wiederholung – Redebeitrag – Wiederholung – usw.
Dieses Gespräch wird dann für etwa acht bis zehn Minuten geführt. Wichtig: Es kommt dabei nicht so sehr auf die Qualität der Argumente an, sondern auf ihre zuverlässige und vollständige Wiederholung! Und dabei wird man dann feststellen, dass einem z.B. Folgendes passiert:
Und daraus kann man - wie gezeigt - für sich dann eine ganze Menge lernen!